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Zahlungen7 Min. Lesezeit

Anzahlungen in Fremdwährung: Jede Anzahlung behält ihren eigenen Kurs

Währungsanzahlungen sind der mechanisch schwerste Fall der polnischen Rechnungsstellung. Jede Anzahlung hat ihr eigenes Steuerentstehungsdatum, ihren eigenen NBP-Kurs und ihre eigene PLN-Steuerberechnung. Die Schlussrechnung muss alle historischen Kurse erhalten.

Anzahlungen in Fremdwährung: Jede Anzahlung behält ihren eigenen Kurs

Jede Anzahlung erzeugt ihr eigenes Steuerentstehungsdatum. Jedes Steuerentstehungsdatum hat seinen eigenen NBP-Wechselkurs. Die Schlussrechnung bewertet die Anzahlungsteile nicht neu. Sie behält jede Anzahlung zu ihrem historischen Kurs und wendet den aktuellen Kurs nur auf den Restbetrag an.

Das ist Art. 19a Abs. 8 des USt-Gesetzes. Die Regel ist seit 2021 stabil. Schwierig ist die Arithmetik: Eine einzige Schlussrechnung kann drei oder vier verschiedene Wechselkurse tragen, einen pro Anzahlung plus einen für den Restbetrag.

Der Mechanismus

  1. Anzahlungsrechnung: Wird ausgestellt, wenn die Anzahlung eingeht. Steuerentstehungsdatum ist der Zahlungseingang. Der NBP-Kurs stammt vom letzten Werktag vor diesem Datum. Die PLN-Steuer wird zu diesem Kurs berechnet.
  2. Schlussrechnung: Wird bei Lieferung der Leistung oder Ware ausgestellt. Die Schlussrechnung zeigt:
    • Jeden Anzahlungsteil zu seinem historischen Kurs
    • Den Restbetrag zum aktuellen Kurs (letzter Werktag vor dem endgültigen Steuerentstehungsdatum)
    • PLN-Steuer pro Teil zum jeweiligen Kurs berechnet
    • Die PLN-Gesamtsteuer ist die Summe aller Teile

Rechenbeispiel

Ein Bauunternehmen rechnet einen Auftrag über 15.000 EUR mit zwei Anzahlungen ab:

VorgangDatumBetrag (EUR)NBP-Kurs (PLN/EUR)PLN NettoPLN USt (23 %)
Anzahlung 115. Mär 20265.0004,321021.605,004.969,15
Anzahlung 220. Apr 20263.0004,298012.894,002.965,62
Restbetrag30. Jun 20267.0004,310030.170,006.939,10
Summe15.00064.669,0014.873,87

Die Schlussrechnung zeigt drei Kurszeilen. Jede Anzahlung behält ihren März- bzw. April-Kurs. Nur die 7.000 EUR Restbetrag nutzen den Juni-Kurs. Die PLN-Gesamtsteuer (14.873,87) ist die Summe der drei Teile.

Was schiefgeht

Alle Beträge zum Endkurs neu bewerten. Der häufigste Fehler. Der Aussteller berechnet die gesamten 15.000 EUR zum Juni-Kurs und ignoriert die historischen Anzahlungskurse. Die PLN-Steuer ist falsch. KSeF akzeptiert die Rechnung, weil das System den Kurswert nicht validiert. Der Fehler taucht bei einer Prüfung auf.

Keine Anzahlungsrechnungen ausstellen. Manche Unternehmen nehmen Anzahlungen entgegen, stellen aber keine Anzahlungsrechnungen aus, weil sie eine einzige Schlussrechnung planen. Das ist nicht konform: Jede Anzahlung erzeugt ein Steuerentstehungsdatum und verlangt nach Art. 19a eine Anzahlungsrechnung.

Das Kursdatum verwechseln. Der Kurs stammt vom letzten Werktag vor dem Steuerentstehungsdatum (Zahlungseingang), nicht vom Ausstellungsdatum der Anzahlungsrechnung. Geht die Anzahlung am Freitag ein, die Rechnung wird aber am Montag ausgestellt, gilt die Donnerstagstabelle (letzter Werktag vor Freitag).

FA(3)-Felder für Rechnungen mit mehreren Kursen

FA(3) unterstützt mehrere Kurszeilen pro Rechnung. Jede Zeile kann einen eigenen KursWaluty-Wert tragen. Die Rechnungsstruktur:

  • Zeile 1: Anzahlungsteil 1, KursWaluty = 4,321000
  • Zeile 2: Anzahlungsteil 2, KursWaluty = 4,298000
  • Zeile 3: Restbetrag, KursWaluty = 4,310000

Die PLN-Steuer jeder Zeile wird zu ihrem eigenen Kurs berechnet. Die PLN-Gesamtsteuer der Rechnung ist die Summe.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Prüfen Sie im Einzelfall die aktuellen Regeln oder wenden Sie sich an einen Steuerberater.